Parodontologie
Zahnhalteapparat

Eigene Zähne bis ins hohe Alter.

Parodontitis bezeichnet die Entzündung des Zahnfleisches, die einen Rückgang des Zahnfleisches bis hin zur Lockerung der Zähne nach sich ziehen kann. Oft verläuft sie zu anfangs nahezu schmerzfrei, deshalb ist es umso wichtiger, auf die entsprechenden Warnsignale zu achten. Parodontose ist eine Volkskrankheit bei der die meisten betroffenen Patienten selbst nicht wissen, dass sie betroffen sind. Selbstverständlich achtet unser Praxisteam bei den Kontrollterminen mit geschulten Augen bereits auf die kleinsten Anzeichen einer Zahnbetterkrankung. Wenn Sie bei sich jedoch Symptome, wie eine auffällige Rötung oder Schwellung des Zahnfleisches, Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen oder Mundgeruch feststellen, zögern Sie nicht und sprechen Sie uns an.

Die Parodontologie umfasst die Behandlung akuter Erkrankungen des Halteapparats der Zähne, wie beispielsweise Parodontitis (Entzündungen im Bereich des Halteapparats, z.B. am Zahnfleisch). Das Ziel der Parodontologie in unserer Zahnarztpraxis in Oberursel ist es, den Zahnhalteapparat möglichst langfristig leistungsfähig zu halten, um unseren Patienten zu unterstützen, dass die eigenen Zähne möglichst bis ins hohe Alter erhalten werden können. Dieser schonende Ansatz des Zahnerhalts erfordert nachhaltige Lösungen, die ein hohes Maß an vorausschauendem Denken erfordern. Es ist die Komplexität und die Herangehensweise, die die Parodontologie zu etwas Besonderem macht. Da im Mittelpunkt die Prävention steht, müssen sämtliche Einflussfaktoren und Aspekte parallel beachtet und die entsprechenden Schlüsse gezogen werden. Bei einer Parodontologie-Behandlung ist es wichtig, dass man den Patienten individuell betrachtet. Es gibt keine pauschalen Lösungen. Jeder Patient benötigt eine individuelle, auf seinen eigenen Mundraum angepasste, Behandlungsstrategie.

Wir beraten Sie gerne!

Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie

Die Zusatzbezeichnung „Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie“ darf von Zahnärzten geführt werden, die sich nach den Vorgaben und Richtlinien des Landes Hessen fortgebildet haben und in diesem Fachbereich über ein besonderes überdurchschnittliches Fachwissen verfügen und verpflichtet zu einer kontinuierlichen Weiterbildung.

"Geschlossene" Parodontose Behandlung - Systematische Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen

Die geschlossene Parodontose-Behandlung zeichnet sich dadurch aus, dass das Zahnfleisch im Zuge der Behandlung nicht geöffnet werden muss. Sie ist schonend und erfordert keinen chirurgischen Eingriff. Diese Anwendung wird in der Regel unter einer lokalen Betäubung durchgeführt und erfolgt heutzutage sehr minimalinvasiv, sodass Patienten - insbesondere Angstpatienten, sich davor nicht sorgen müssen. Die Wurzel- und Zahnoberfläche wird in Kombination aus feinen Ultraschall-, Schall- und Handinstrumenten gereinigt, um somit die harten und weichen Beläge zu entfernen. Insbesondere von älteren Patienten hören wir immer wieder Besorgnis über die „Paradontose-Behandlung“ aus Erinnerungen, wie sie früher durchgeführt wurde. Die sehr invasiven und oft schmerzhaften Behandlungen, die viele Patienten von früher kennen und mit schlechten Erinnerungen assoziieren gehören aber definitiv der Vergangenheit an.

In unserer Praxis führen wir die Eingriffe gerne nach dem Konzept der Full Mouth Disinfection durch. Die Behandlung soll also um eine Neubesiedelung während zweier Sitzungen zu verhindern möglichst innerhalb von 24 Stunden durchgeführt werden. Je nach Schweregrad der Parodontose führen wir die Behandlung also an zwei aufeinanderfolgenden Tagen oder innerhalb einer Sitzung bei ihnen durch. Es ist von äußerster Bedeutung, dass nicht zu viel Zeit zwischen den Eingriffen vergeht, da es sonst zu einer sehr raschen Wiederbesiedelung der gereinigten Bereiche kommen kann. Sehr wichtig sind hierbei die Nachbetreuung und die engmaschigen Kontrollen, da Parodontitis eine Erkrankung ist, die wieder akut werden kann, wenn die Nachbetreuung vernachlässigt wird.

Wir stehen Ihnen vom ersten Besuch an zur Seite und klären transparent über die Gefahren von Parodontitis und Ihren Möglichkeiten in unserer Zahnarztpraxis auf.

mikrobiologischer Keimtest

Es kann auch vorkommen, dass bei manchen Patienten besonders aggressive Bakterien vorliegen, bei denen eine alleinige mechanische Reinigung nicht ausreicht, um sie zu beseitigen. Haben wir den Verdacht, dass dies bei Ihnen der Fall ist, so wird eine Keimbestimmung durchgeführt. Dadurch können die Bakterien gezielt in Kombination aus einem bestimmten Antibiotikum und der mechanischen Reinigung entfernt werden. Die Kombination ist hierbei sehr wichtig, da die Bakterien weder vom Antibiotikum allein noch durch die alleinige Reinigung erfolgreich beseitigt werden können. Hintergrund ist, dass die Bakterien im sogenannten Biofilm leben, unter dessen Schutz sie vom Antibiotikum nicht erreicht werden können, dieser muss somit mechanisch zerstört werden, damit das Antibiotikum dort ansetzen kann. Daraufhin können die nun, nicht mehr im Verbund bestehenden, Bakterien erfolgreich angegriffen und beseitigt werden.

Regenerative Parodontalchirurgie mittels GTR/GBR

Die Parodontalchirurgie wird von Zahnärzten in Betracht gezogen, wenn die systematische klassische Parodontose-Behandlung nicht genügt und es in der Nachkontrolle weitere entzündete Taschen gibt. Die Taschen sind dann oft so tief, dass sie chirurgisch nachbehandelt werden müssen, um den Zahn und das Zahnfleisch vor dem Verlust zu bewahren. Diese chirurgischen Maßnahmen werden schonend, mit Sorgfalt und minimalinvasiv durchgeführt.

Eine fortgeschrittene Parodontitis kann häufig den Rückgang des Zahnfleisches oder gar des Kieferknochens zur Folge haben und erfordert einen chirurgischen Eingriff. Konventionelle chirurgische Behandlungsmethoden waren darauf ausgelegt, sog. "parodontale Taschen wegzuschneiden" und daher sehr invasiv. Neue Methoden wie die der gesteuerten Gewebe bzw. Knochenregeneration sind deutlich schonender und sind durch die meist mikrochirurgische Durchführung des Eingriffes auch für den Patientenkomfort nach dem Eingriff deutlich angenehmer.

Ziel dieser Eingriffe ist es mithilfe von speziellen sog. Schmelzmatrixproteinen und Knochenersatzmaterial entstandene knochendefekte wieder aufzufüllen und somit zu regenerieren. Zudem sind manche Zahnfleischtaschen auch nach der ersten Parodontitis Therapie im Rahmen der geschlossenen Reinigung weiterhin so tief, dass sie nicht zu reinigen sind und dauerhaft entzündet bleiben werden. Ein nichthandeln würde hier über kurz oder lang den Verlust des betroffenen Zahnes zur Folge haben, daher empfiehlt sich hier eine offene Reinigung und Glättung der Wurzeloberfläche unter Sicht, um eine Heilung zu erzielen, die Zahnfleischtasche zu verringern. Auch dies geschieht auf schonende Art und Weise und hinterlässt eine zu reinigende Zahnoberfläche.

individuelle & systematische Behandlungsstrategien)

Die Zeiten in denen Parodontitis „einfach“ eine Zahnfleischentzündung oder erkranktes Zahnfleisch waren, sind glücklicherweise vorbei. Mittlerweile können wir nicht nur in der Vorsorge gezielt und individuell Rücksicht auf die Bakterien im Mundraum des jeweiligen Patienten eingehen, sondern auch bei der Behandlung. Jeder Patient ist unterschiedlich und hat somit unterschiedliche Gewohnheiten bei der Nahrung, Mundhygiene etc. Vor allem im Mundraum äußern sich diese Gewohnheiten sowie genetische Veranlagungen in der Bakterienbildung, Bakterienresistenz der Zähne sowie des Zahnfleisches. Diese anerkannten Tatsachen sind Grundpfeiler für unsere einfühlsame, auf den Patienten zugeschnittene Behandlung. Unser gesamtes Praxiskonzept ist auf die individuelle und systematische Behandlung des einzelnen Patienten ausgerichtet.

vorbeugung durch gezielte prophylaxe massnahmen

Gesundes und festes Zahnfleisch als Schutz vor Parodontitis ist vermutlich die beste Vorsorge für den Erhalt der eigenen Zähne. Aber leider gibt es kein Patentrezept dafür. Durch die individuellen Lebenssituationen jedes einzelnen Menschen ist die Prophylaxe vor Erkrankungen des Zahnbettes von Patient zu Patient unterschiedlich. Die festgelegten Intervalle für Untersuchungen sind daher für jeden Patienten unterschiedlich, je nach Indikation und Risikoeinschätzung.

Der Schutz vor Erkrankungen des Parodonts, bzw. Sie gut zu behandeln und nachzubetreuen, sofern Sie an Parodontitis erkrankt sind, ist uns eine Herzensangelegenheit. In unserer Zahnarztpraxis werden in enger Zusammenarbeit mit unserer Prophylaxe individuelle Prophylaxe-Pläne ausgearbeitet und systematisch, z.B. mit automatisierten Terminerinnerungen für die Patienten, durchgeführt. Frau Dr. Heinlein und unsere ausgebildete Dentalhygienikerin Frau Starkey arbeiten hier Hand in Hand, um Ihnen eine optimale Behandlung zu ermöglichen.

Sprechen Sie uns an. Wir helfen gerne!